Steuerschulden als Nachlassverbindlichkeiten
Der Bundesfinanzhof ändert seine Rechtsprechung und lässt jetzt auch die Einkommensteuerschuld aus dem Todesjahr des Erblasser zum Abzug als Nachlassverbindlichkeit zu.
Der Bundesfinanzhof hat seine Rechtsprechung zu Steuerschulden des Erblassers geändert. Jetzt gilt auch die Einkommensteuer für das Todesjahr des Erblassers als Nachlassverbindlichkeit. Bisher waren diese Steuerschulden nicht vom Erbe abziehbar, weil die Einkommensteuer erst mit Ablauf des Kalenderjahres anfällt und die Steuerschulden damit zum Todeszeitpunkt noch nicht entstanden waren. Die Richter erklären aber auch diese Schulden jetzt für abziehbar, weil alle vom Erblasser herrührenden Schulden abziehbar sein sollten. Das schließt folglich auch die Schulden ein, die am Todestag rechtlich noch nicht entstanden waren, aber auf Aktivitäten des Erblassers zurückgehen.
Umgekehrt gilt damit jedoch auch, dass der Teil der Einkommensteuer weiterhin nicht als Nachlassverbindlichkeit abziehbar ist, der auf Aktivitäten des Erben zurückgeht. Wenn also beispielsweise der Erbe im Todesjahr nachträgliche Einnahmen aus einer ehemaligen Tätigkeit des Erblassers vereinnahmt, sind die darauf entfallenden Steuern keine Nachlassverbindlichkeit.
Die neuesten Artikel aus allen Bereichen
-
- Absenkung des Umsatzsteuersatzes in der Gastronomie
- Einspruch gegen Grundsteuerwertbescheid trotz Grundstücksübertragung möglich
- Zurückweisung von Einsprüchen zum Solidaritätszuschlag
- Anpassung der GoBD an die Einführung der E-Rechnung
- Ferienwohnung kann erste Tätigkeitsstätte sein
- Kosten der Lebensführung bei doppelter Haushaltsführung
- Online-Glücksspiel als gewerbliche Tätigkeit
- Umsatzsteuerbefreiung von Bildungsleistungen und Schwimmkursen
- Aktualisierte Regeln für die E-Bilanz
- Langer Erbstreit schützt nicht vor Nachzahlungszinsen
